Interview mit Ashkan Goodarzi

Ashkan Goodarzi

Was bewegt dich dazu, Kunst zu machen?

Am Anfang war es ein reiner Instinkt – die Freude daran, etwas zu erschaffen und die Welt beim Zeichnen zu vergessen. Inzwischen ist Kunst für mich ein Raum der Verbindung – mit mir selbst und mit anderen. Ich versuche, visuelle Welten zu erschaffen, in denen das Unausgesprochene Platz findet – Erinnerungen, Emotionen, Gedanken, die man schwer in Worte fassen kann.

Was spricht dich an digitaler Kunst und Animation an?

Digitale Medien geben mir die Freiheit, intuitiv zu arbeiten, Fehler zuzulassen, Dinge immer wieder zu verändern. Animation ermöglicht es mir, länger in einem Moment zu verweilen, Zeit auszudehnen. Ich mag das Potenzial, Bewegung mit Stille zu verweben und die Atmosphäre fast körperlich spürbar zu machen.

Arbeitest du auch mit anderen Medien?

Ja – ich arbeite auch mit Tusche, Aquarell und Collage, besonders in meinen Skizzenbüchern. Aber mein Hauptfokus liegt auf digitaler Illustration und Animation, da ich dort am tiefsten eintauchen kann.

Kannst du uns etwas zu deinen Inspirationen für den Stil erzählen?

Meine visuelle Sprache ist verwurzelt in historischen und kulturellen Ästhetiken – vor allem in der persischen Miniaturmalerei, Gartenarchitektur und Ornamentik. Künstlerisch haben mich Egon Schiele, Paul Cézanne und Sergio Toppi geprägt.

Wie würdest du die Thematik deiner Bilder beschreiben?

Meine Arbeiten bewegen sich oft an der Schwelle zwischen Traum und Erinnerung – sie zeigen innere Zustände, fragile Verbindungen, queere Intimität. Es geht um Stille, Einsamkeit, aber auch um Zärtlichkeit und das Beisammensein. Ich versuche, Momente einzufangen, in denen Zeit stillsteht.

Stimmt unsere Assoziation mit den Themen Cyberpunk, Mythos, Natur & Community für dich?

Das trifft einen schönen Nerv. Ich würde es eher als poetischen Surrealismus beschreiben – mit mythologischen Elementen, einer gewissen Verwurzelung in der Natur, aber auch der Sehnsucht nach einer anderen Welt. Es geht mir weniger um Zukunftsvisionen als um emotionale Landschaften: Orte, an denen queere, fragile oder migrantische Identitäten Platz finden – ohne Druck, ohne Grenzen, ohne Brutalität.

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