Meine Fahnder
Sie kamen unangemeldet
beide zeigten Ausweise mit Daumen überm Foto
und setzten sich in mein Wohnzimmer
Sie tranken meinen Kaffee kippten meinen Cognac
qualmten meine Nichtraucherbude voll
erklärten das müsse alles so sein
denn sie wären auf der Spur des Feindes
und der sei auf dem Weg zu mir
Bald wollten sie mit mir anstoßen
mich ihrer Freundschaft versichern
doch die Zungen wurden ihnen schwer
die Lider ihrer blutunterlaufenen Augen flatterten
und dann weinten sie an meinen Schultern
weil dieser Feind einfach nicht auftauchen wollte
Als die Flasche leer war der Aschenbecher voll
schliefen sie in meinen Armen
tauschten Träume aus über diesen Feind
der hellwach zwischen ihnen saß




