von morgens der wind her

Jakob Andratsch

von morgens der wind her
begrenzte ein steinhaufen am horizont ein tausendstel meines seins
und eine straße lag im sand herum
(eine lange straße, denn sie teilte die wüste).
wir schlugen unsere nasen an den stein der pyramide
und da ein wenig abgewetzt war
erlosch noch einmal ein bisschen der unendlichkeit, es klingelte ein telefon und klappte zu.

als wir auf dem nil fuhren, wurde hatshepsut ihrer sterblichkeit beraubt,
sahst du in die steinbrüche von horemheb, sahst du auf die flussoasen vor aussuan, weintest du
über die ewigen klagen deiner mutter und weinte thutmosis der dritte nicht um seine gestiefte
mutter
ich sah dies alles im spiegel, draußen küsste das licht die wüste
deiner dunkelbraunen augen, dann ging die sonne hinunter und unsichtbar wurden die narben,
die tiefen
es half keine creme mehr.

nachts immer
bin ich da, flüstertest du noch in mein sandiges linkes ohr
tagsüber jedoch
bin ich auf arbeit, und träume nahmen besitz von uns und alles gefangen zugleich.

seine arme sind dabei zuschanden geworden durch müdigkeit und steifheit
seine finger sind faulig, sein geruch wie der von leichen.
es gab leute, die können so gut tanzen, im frühling
und im sommer waren sie steuerberater geworden.

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