Kynophobie
I Sackgasse
Unterm Pavillon gegen die Schauerneigung an Pfingstsonntag
unterbricht Schlehengeist den herben Pilsgeschmack und steigt
zu Kopf wie albernes Gelächter, das eine Waschbärin stört
und ihren Plagebalg bei der Futtersuche im Abendrot. Eilig
weichen sie zurück, wohin inzwischen Ronja an der Kette zerrt
und das Herrchen der Terrierdame seinen Lattenrost schmirgelt.
Die Wand, zu der es mit dem Rücken steht, geht die Fähe hoch
und in Deckung unter der Dachpappe seiner Garage.
Doch das Regenrohr ist nicht zu fassen für ihren Welpen,
der erschöpft nach seiner Mutter quäkt. Fass! denke ich
und raunt es scharf übers Sandpapier …
II Straßenköter (vgl. Meyer 2006)
Und Action!
Er duckt sich weg hinter die Brüstung
und späht durch einen Spalt im Holz,
während ich hinter der Gardine linse
und im Hof sich eine Prügelei abspielt
wie die Szene aus einem Film
über die Baseballschlägerjahre,
als wir siebzehn waren
und noch Träume hatten.
Wir warten, bis die Luft rein ist
Cut!
und ich mich vor die Tür
in meine Küche wage, wo
in himbeerblauer Windjacke
Andreas Dresen sitzt.



