
In der Sparkasse ist einer gestorben. Ein alter Mann liegt tot im Wartebereich, vorher saß er und hat gewartet. Jetzt stehen ein paar Flipcharts um ihn herum, das bedeutet, man kann ihn ziemlich gut sehen, Flipcharts halt, aber das ist alles nach Protokoll. Das Protokoll entstand nach Rücksprache mit dem Vorstand, der entschied, dass die Filiale geöffnet bleiben muss, denn heute ist der Erste-des-Monats. Da geht die Schlange immer bis auf die Straße.
Gleich kommt die Polizei.
Mein Freund arbeitet bei der Sparkasse, genau dieser, gleiche Filiale. Während der PS-Glückslose-Aktion war er häufig als Glückspilz verkleidet. Bei dem Kostüm handelt es sich um Eigentum der Kreissparkasse, die Filialen müssen es per Anruf reservieren, und dann wird er innerhalb der nächsten zwei Tage geliefert. Der Glückspilz ist zwei Meter groß und zeigt immer beide Daumen nach oben. Das Kostüm ist schwer, Polyester-Kuschel-Stoff über Hartplastik, nur das Schwarz der Augen ist ein Netz, sodass der Glückspilz im Glückspilz atmen kann. Die Lüftung ist länger kaputt als mein Freund für die Sparkasse existiert. Immer wieder schwitzt irgendein Auszubildender acht Stunden in diesen Pilz hinein, dann liegt er wieder ein paar Monate rum, dann schwitzt der nächste, dann liegt er rum, dann wird er wieder beschwitzt, liegt rum, beschwitzt, für immer. Aber mein Freund macht es. Er steht vorm Eingang und zeigt seine Daumen, und ein anderer Auszubildender erklärt Passant:innen die PS-Glückslose-Aktion und versucht, Lose loszuwerden. „Das Einzige, was schlimmer ist, als im Pilz“, sagt mein Freund, „ist neben dem Pilz“.
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